Sam , Alma und Gustl

Grünflügelaras u. Catalina Ara

(Ara chloroptera, Ara catalina)

 

Home | Sam, Alma & Gustl | Haltung & Pflege | Fotos | Videos | Volierenbau | Gästebuch | Linksammlung | Impressum

 

Der Volierenbau

Der Bau einer Voliere muss gut überlegt sein. Nicht nur der Gesetzgeber (Bauamt) verlangt in einigen Bundesländern eine Genehmigung. Auch die Nachbarn sollten unbedingt mit einbezogen werden, denn Aras können recht laut schreien und das gefällt sicher nicht jedem Nachbarn.

Die Planung

Wenn Sie also alle baurechtlichen und nachbarschaftlichen Punkte geklärt haben, geht's mit der Planung einer Voliere weiter. Bedenken sie, dass die Voliere für ein Pärchen schon ziemliche Ausmaße annehmen kann und auch sollte. Zu große Volieren gibt es nicht und aus diesem Grund berechnen sie zunächst einmal die Grundfläche einer Voliere und den Standort. Leicht schattig sollte der Platz sein, aber nicht zuviel, denn Sonne mögen auch die Aras.

Für die Planung habe ich z.B. Microsoft Visio verwendet. Dies ging relativ einfach und Visio hatte bereits einige Symbole (Shapes) für den Bau von Gebäuden in dem Standard enthalten. Ebenfalls konnte ich die Maße ideal in Visio einbinden.

Hier mal ein Beispiel (zum Vergrößern - Bild anklicken):

Folgende Punkte sollten sie unbedingt berücksichtigen:

  • Sollen die sich die Aras ganzjährig in der Voliere aufhalten, benötigen sie für die Herbst- und Winterzeit eine Heizung. Wenn möglich schließen sie die Heizung an ihre Zentralheizung an. Wenn nicht, müssen sie elektrisch heizen. Beachten sie hierbei unbedingt die Heizkosten. Diese können sich recht unangenehm auf ihre Stromrechnung auswirken. Als Heizstrahler eignen sich am besten sogenannten Dunkelstrahler die ein unsichtbares Infrarotlicht ausstrahlen. Diese sind so anzubringen, dass die Vögel auch mal dem Heizlicht ausweichen können.

  • Beachten sie beim Fundament, dass als Isoliermaterial ggf. Styrodur in Frage kommt. Ein idealer Baustoff, sehr gute Isolierwerte und einfach zu verbauen. Ich habe sogar für den Innenbereich der Voliere unterhalb des Fundaments noch eine 50 mm dicke Styrodurschicht eingebaut.

  • Der Innenbereich sollte und muss ebenfalls isoliert werden (Fussboden innen, Wände und Dach). Eine 100 mm dicke Isolierung reicht vollkommen aus, Ich habe dafür ebenfalls Styrodur verwendet.  Styrodur ist zwar etwas teurer, aber aufgrund der sehr guten Isolierwerte ein idealer Baustoff. Den Innenbereich habe ich in Holzständerbauweise gebaut. Also Trockenbau.

Bei dieser Bauweise müssen sie jedoch immer daran denken, dass die Wände vom Aufbau her gut belüftet werden müssen. Ansonsten bildet sich schnell Kondenswasser und das Holz schimmelt. Ich habe eine Aussenlattung angebracht die überluckt (aufgesetzt) ist. Sieht folgendermaßen aus:

Draufsicht: Der graue Balken ist quasi die Innenwand auf der von außen nun die überluckten Außenbretter befestigt werden. Der Zwischenraum ist dann die Belüftung der Innenwand. Somit entsteht kein Kondenswasser.

Der Innenteil der Voliere

Die Innenbauweise ist natürlich abhängig von ihrem Budget. Ich habe Fermacell Platten verwendet und anschließend Gisogrund (Grundierung) und Lastogum (Kunststoff zum Auftragen und Abdichten gegen Feuchtigkeit) aufgetragen. Anschließend wird alles verfliest und die Decke mit Silikonfarbe gestrichen. Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass die relativ hohe Luftfeuchtigkeit im Innenteil den Wänden nichts anhaben kann. Für die Ecken habe ich dann ein flexibles Dichtungsband verwendet, so dass die Feuchtigkeit nun nicht mehr in die Fermacell Platten eindringen kann.

Die Fliesenfarben die sie für den Innenteil verwenden, können für die Vögel u.U. sehr störend wirken. Verwenden sie also warme Farben die auch in der Natur vorkommen. Z.B. Sandfarbener Fussboden, grünliche Fliesenfarbe für die Wände und an der Decke verwenden sie ein blau was den Himmel nachbilden soll. Vielleicht sogar mit einigen weißen Farbtupfern. Ganz zum Schluss können sie entweder Sand oder Buchenholzgranulat auf den Boden geben.

  • Bedenken sie, dass sie auch Strom und Wasser brauchen. Allein schon für die Reinigung. Stellen sie sich also die Frage, wo die Leitungen liegen und ggf. ein Abzweig vorhanden ist um Strom und Wasser in die Voliere zu bekommen. Strom muss übrigens separat abgesichert werden.

  • Das Klima im Innenteil der Voliere ist nicht nur sehr wichtig sondern sollte idealerweise überwacht werden. Das heißt, dass ein Steuergerät, von außen zugänglich das Klima im Innenteil der Voliere kontrolliert und so die Frischluftzufuhr, die Heizung und die Luftfeuchtigkeit regelt. Mein "Klimawächter" hat übrigens nur 50 € gekostet und regelt alles von alleine, wobei ich sogar noch der Innenraumtemperatur der Belüftung Vorrang geben kann. Also brauchen sie für den Innenteil der Voliere:

    - Heizung

    - Lüftung

    - Luftfeuchtigkeit

    - Strom

    - Wasser

    - ggf. künstliche Beleuchtung

  • Die Luftfeuchtigkeit im Innenteil ihrer Aussenvoliere sollte so um die 60% und 70% betragen. Die Vögel brauchen diese Luftfeuchtigkeit für ihre Schleimhäute und ihre Atmung dringend. Die natürliche Luftfeuchtigkeit in unseren Breiten sollte aber ausreichend sein. Wer dennoch hier nichts dem Zufall überlassen will kann sich einen Dampfluftbefeuchter kaufen und diesen ebenfalls in den Innenteil der Voliere einbauen. Mit einem elektronischen Hygrostaten sorgt man immer für eine ausreichend vorhandene Luftfeuchtigkeit für die Vögel.

Ggf. ist eine künstliche Beleuchtung erforderlich. Achten sie darauf, die richtige Beleuchtung anzubringen. Ich verwende Arcadia Vogellampen mit einem Anteil von 2,4% UVB und 12% UVA Lichtanteil. Diese sind ideal für die Vögel und simulieren das Sonnenlicht. Ggf. ist ein elektronisches Vorschaltgerät anzubringen welche die Flackerbildung der Lampen unterdrückt. Die Aras haben einen anderen Sehfrequenzbereich. Soll heißen: Was beim Menschen nichts ausmacht empfinden die Vögel als "Flackerlicht".

 

Wichtig bei allen im Innenbereich installierten elektrischen Einrichtungen ist natürlich die Absicherung. Ich verwende hier ebenfalls Edelstahldraht, welchen ich um alle elektrischen Anschlüsse und Geräte weiträumig umspannt habe.

 

Der Außenbereich der Voliere

 

Die Größe des Außenbereichs ihrer Voliere ist natürlich abhängig von ihren Gegebenheiten. Grundsätzlich gilt: Zu groß, gibt es nicht. Daher ist die Größe des Außenbereichs der Voliere so zu wählen, dass die Vögel fliegen können. Das wäre ideal.

 

Verwenden sie für den Bau des Außenbereichs keine verzinkten Drähte, da die Vögel bei schlecht verzinkten Drähten die "Nasen" des verzinkten Drahtes abbeißen können und eine Zinkvergiftung die Folge sein kann. Ich selber habe nur Edelstahldraht verwendet. Der ist zwar teurer als verzinkter Draht aber für die Vögel ungefährlich.

 

Die Maschenweite des Drahtes ist ebenfalls immer eine Frage, die sie sich nur selbst beantworten können. Wenn sie einen "Mausfreien" Aussenbereich anstreben, sind Maschenweiten von 11 x 11 oder 12 x 12 mm zu wählen. Die Drahtdicke ist dabei natürlich viel geringer als bei Maschenweiten von 30 mm und mehr. Bei den Maschenweiten von 11 oder 12 mm haben sie aber den Vorteil, dass die Vögel den Draht nicht zerbeißen, da der Schnabel der Vögel nicht genügend Hebelwirkung hat.

 

Über den Boden des Außenbereichs gibt es immer wieder unterschiedliche Meinungen. Naturböden sind zwar schlechter zu reinigen, entsprechen aber dem natürlichen Umfeld der Vögel. Geflieste Böden sind jedoch besser zu reinigen und sie vermeiden somit die Bildung von Parasiten auf dem Boden.

 

Die Dekoration

 

Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Überladen sie jedoch dabei die Voliere nicht, denn die Vögel sollen ja fliegen können. Sorgen sie für Ruhezonen in denen es etwas dunkler ist und für ausreichend Beschäftigung mit Spielzeug oder Klettergerüsten.

 

So könnte die Voliere dann aussehen...

Zurück zum Seitenanfang..

 

weitere Informationen unter info[at]sam-und-alma.de

IP-Adresse